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Ratspütt

Adresse

Am Kirchplatz
26441 Jever
Telefon: 04461 939-0
Telefax: 04461 939-100
E-Mail: info@stadt-jever.de

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Gegenüber dem Rathaus steht die Ratspütt, deren alter Standort durch ein Gemälde von Professor Winter überliefert wurde.

Gegenüber dem Rathaus steht die Ratspütt, deren alter Standort durch ein Gemälde von Professor Winter überliefert wurde.

Nach den Rechnungsbüchern der Stadt wurde sie in der Zeit von 1620-1621 als neue Pütt (oder als Brunnen) "vor dem Weinhaus" erbaut.

1822 erhielt diese Pütt eine Pumpe, aber schon 1865 wurde der Oberbau der Pütt wieder abgebrochen und durch eine schlichte Pumpe ersetzt. Die Brunnensäule hatte dann ein merkwürdiges Schicksal. Sie ist 1878 oder 1879 auf einem Grab in Sillenstede aufgestellt worden. Erst 1964 gelang es, sie zurück zu erwerben, so dass sie 1965 wieder neu aufgestellt werden konnte. Der Gedanke, dass auf dem Kirchplatz ca. 900-1803 Tausende von Leichen bestattet wurden, scheint unsere Vorfahren nicht besonders berührt zu haben.

AIlgemeines zum Püttwesen

Ohne Wasser kein Leben. Auch in unserer Gegend wurden seit Jahrhunderten Brunnen geschlagen. So konnte der Archäologe Holger Winkler 1981 einen Brunnen in Schakelhave ergraben, dessen Seitenwände mit Holz aus- geschlagen waren (heute im Schlossmuseum ausgestellt) und der aus dem 9. oder 10. Jh. n. Chr. stammte.


Seit Jever 1536 die Stadtbefestigung erhielt und die Häuser nahe aneinander gebaut wurden, mussten die Wasserversorgung und das Feuerlöschwesen verstärkt werden. In dieser Zeit wurden neue Brunnen angelegt, die von einer Nachbarschaft (Püttacht) betreut wurden. Der Name Pütte kommt aus dem Lateinischen "Puteus"(= Brunnen), wurde aber schon von den Friesen in ihrer altfriesischen Sprache verwendet.

Wie aus den Püttachtsbüchern hervorgeht, mussten die Brunnen oft gereinigt werden, weil tote Hunde oder Katzen oder sonstiges Getier darin gefunden wurden. So war die Wahl eines Aufsehers, eines Brunnenmeisters, von großer Wichtigkeit. Die Jeversche Brunnenordnung von 1756 schrieb deren Wahl vor, ebenso die Aufstellung einer "Wasserkuppe" zur Wasser-bevorratung im Brandfall.

Die Brunnenordnung von 1756 schrieb vor, dass am Montag nach "Heilige Drei Könige" der neue Püttmeister gewählt werden und der bisherige Rechnung legen sollte. Damals gab es 14 Püttachten, heute sind es circa 40 Püttgemeinschaften, da in den Neubau-gebieten dieses Jahrhunderts ebenfalls zur Pflege der Nachbarschaft neue Gemeinschaften gegründet wurden.

Etwa ab 1820 wurden die offenen Brunnen durch Pumpen ersetzt. Auch als die öffentliche Wasserleitung 1928 kam, wurde die Tradition des Püttbierfestes beibehalten.

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