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Mitscherlichdenkmal

Adresse

St. Annenstraße
26441 Jever
Telefon: 04461 939-107
Telefax: 04461 939-100
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Mitscherlich-Denkmal

Mitscherlich-Denkmal

Der Chemiker Eilhard Mitscherlich hat sich zeitlebens als Jeveraner verstanden. Geboren am 7. Januar 1794 im damaligen jeverländischen Neuende (heute Wilhelmshaven), besuchte er in Jever das Gymnasium.

Mitscherlich hat als 17jähriger seine Studien an der Universität Heidelberg begonnen. Mit Stationen in verschiedenen Wissensgebieten wie Geschichte, orientalische Sprachen (Studium in Paris), Medizin (Göttingen) fesselten ihn letztlich die chemischen Forschungen.

Ab 1819 arbeitete er in den Laboratorien von Botanikern und Mineralogen in Berlin. Ihm gelangen erste grundlegenden Forschungsergebnisse. Mehrere Jahre war er Assistent des bedeutenden schwedischen Chemikers Berzelius in Stockholm, bis seine Leistungen durch die Berufung zum Ordinarius an der Universität Berlin gekrönt wurden. Bis zu seinem Tode im Jahre 1863 konnte er dort erfolgreich wirken.

Mitscherlich schrieb Lehrbücher und gilt als Mitbegründer der Kristallographie. Seine Forschungsgebiete bzw. Veröffentlichungen:
Gesetz der Isomorphie (Gestaltgleichheit von Kristallformen);
Entstehung des Dimorphismus (verschiedene Formen eines Körpers ... );
Verbesserung des Goniometers (1827);
Theorie der Ausschmelzung des Kupfers;
Entstehung der Erzgänge.
Herkunft der Mineralquellen, vulkanische Vorgänge;
Umwandeln der Gesteine durch erhöhte Temperatur;
Entdeckung der Selensäure;
Aufklärung der Natur der Übermangansäure;
Einfaches Verfahren zum Nachweis von Phosphor;
Untersuchung über das Benzin und seine Verbindungen (Mitscherlich verwendet als erster das Wort "Benzin", Justus Liebig "Benzol");
Erstellung von Nitrobenzol, Azobenzol und Benzolsulfursäure.

Die Humboldt-Universität Berlin ehrte Eilhard Mitscherlich am 1. Dezember 1894 mit einem Bronzestandbild im Universitätsgarten. Eine Kerngalvano-Kopie dieser Statue wurde der Stadt Jever durch die Nachkommen Mitscherlichs geschenkt und in den Wallanlagen an der St. Annen-Straße am 28. Mai 1896 enthüllt.

Leider war diese Konstruktion nicht beständig. 1954 musste die Statue wegen Zerfalls beseitigt werden. Nachdem der leere Sockel dort mehrere Jahre sein Dasein fristete, wurde 1963 ein großer Findling an gleicher Stelle mit den Lebensdaten Mitscherlichs aufgestellt.

Verschiedene Anläufe, das alte Denkmal zu reparieren und wieder aufzustellen scheiterten. Erst 2005 konnten durch einen engagierten Förderkreis und die Familie Mitscherlich genügend Mittel zusammengebracht werden. Der polnische Künstler Gerard Grzywaczyk (Kattowitz) schuf eine Nachbildung, die sich am Berliner Original orientierte.

Unter Verwendung des alten Sockels steht seit dem 7. September 2006 das Standbild Eilhard Mitscherlichs wieder - nur wenige Meter neben dem ursprünglichen Standort - innerhalb der als Park gestalteten ehemaligen Wallanlage

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